Der Kraftakt--Die Minderheitsregierung als Option im Vielparteienparlament der Bundesrepublik
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By André Vielstädte

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Am 14. Juli 2010 wird Hannelore Kraft zur Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen gewählt. Die Koalition aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen tritt die Regierung an, indem sie sich bewusst für eine Minderheitsregierung entscheidet und politische Koalitionsangebote der weiteren Parteien ablehnt. Den 90 Abgeordneten von SPD und Grünen stehen 91 Mandatsträger der Oppositionsfraktionen CDU, FDP und LINKE gegenüber. Zwei Jahre später ist das Projekt gescheitert, doch die Neuwahl beschert Hannelore Kraft eine satte Mehrheit im Parlament.
Die parlamentarische Demokratie in Bund und Ländern basierte in der Vergangenheit, bis auf wenige Ausnahmen, auf Mehrheitsregierungen. Die Regierungspartei, beziehungsweise die Regierungskoalition, verfügt über die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament. Entscheidungen fällen realistisch betrachtet Ministerpräsidenten, Minister und Fraktionsvorsitzende. Die Rolle des einzelnen Abgeordneten ist untergeordnet.
Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel bezeichnet die Minderheitsregierung als eine Möglichkeit auch für die Bundesebene. Ob dieses Modell eine Option im Vielparteienparlament der Bundesrepublik ist, und ob Hannelore Kraft das Zeug für einen Politikwechsel in NRW und auch im Bund hat, zeigt die vorliegende Arbeit.