Was darf die Psychiatrie?

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By Paul Hoff

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Es gibt wohl wenige medizinische Facher, die so oft und so intensiv vor dem Hintergrund von Klischees und Vorurteilen betrachtet werden wie die Psychiatrie. Warum ist dies so? Sicher hat es zu tun mit ihrem Forschungsgegenstand, namlich der gesamten Person - vor, wahrend und nach einer psychischen Erkrankung. Dieser 'Gegenstand', die Person, geht uns alle unmittelbar an und macht uns, wenn es um Krisen geht, vielleicht betroffen. Schon das mag eine vorschnelle Meinungsbildung begunstigen. Doch ist der Begriff der Person, ob mit oder ohne psychisches Problem, derart vielschichtig, dass einfache oder gar eindimensionale Antworten auf die durch ihn hervorgerufenen Fragen gar nicht zu erwarten sind. Bei aller Komplexitat dieser Materie findet sich in der offentlichen Wahrnehmung der Psychiatrie ein bestimmtes Muster sehr haufig, das nicht nur mit Neugier, sondern auch mit Scheu sowie einer gehorigen Portion Misstrauen zu tun hat: Was darf eigentlich die Psychiatrie, was kann sie, wofur ist sie uberhaupt zustandig? Ist sie wirklich ein Teil der Medizin oder nicht doch, wie es die 'Antipsychiatrie' der Sechzigerjahre sah, nur ein pseudowissenschaftliches Feigenblatt, um auffalliges Verhalten unkritisch und undemokratisch zu krankem Verhalten umzudefinieren? Diesen fur die aktuelle Diskussion zur Psychiatrie und Psychotherapie zentralen Punkten geht das vorliegende Buch nach. Schwerpunkte liegen auf folgenden Bereichen, die jeweils durch konkrete Beispiele aus dem Behandlungsalltag illustriert werden: - Fuhrt die heutige psychiatrische Diagnostik nach ICD-10 und DSM-5 zu einer Pathologisierung des Alltags? Oder: Was darf die Diagnostik? - Wie asymmetrisch ist die psychiatrische Arzt-Patienten-Beziehung heute immer noch? Oder: Was darf die Therapie? - Wie ist faire und transparente Forschung mit psychisch kranken Personen uberhaupt moglich? Oder: Was darf die Forschung? - Wie ist die Rolle des neutralen psychiatrischen Gutachters mit der des Arztes zu vereinbaren? Oder: Was darf die Begutachtung? Will die Psychiatrie das lebhafte und wissenschaftlich herausfordernde medizinische Fach bleiben, das sie ist, muss sie sich diesen Fragen selbstkritisch stellen. Sie darf sie dann aber auch selbstbewusst beantworten. Die Psychiatrie kann viel, aber lange nicht alles; sie darf auch viel, aber eben noch lange nicht alles. 'Auf nur wenig mehr als 200 Seiten reflektiert der Autor eine Reihe wichtiger Aspekte der Psychiatrie, die in Lehrbuchern leider oft ungenugend oder gar nicht beruhrt werden. Das Buch ist dem wiederholten Bekenntnis verpflichtet, dass Psychiatrie der standigen philosophischen Reflexion bedurfe, um zu guter Praxis zu finden und die Einheit des Faches zu wahren. Souveran und mit flussigem Stil unterbreitet Paul Hoff seine Gedanken zu einer Vielzahl von Aspekten, die er als Brennpunkte bezeichnet. (...) Dabei vermeidet er eine akademisch distanzierte Darstellung.' M. Seidel (Bielefeld), Der Nervenarzt zu 'Psychiatrie: Ein Blick von innen'
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