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Die Kunde von den Bäumen - Ein melancholischer Text über das Verlorene und Untergegangene in der DDR
Der Arbeiter Waller, der sich insgeheim als Schriftsteller versucht, möchte Geschichte und Geschichten vor dem Vergessen bewahren. Doch außer dem ständig wiederholten Satz »Die Kirschbäume sind verschwunden« bleiben seine Blätter leer. Es gelingt ihm nicht, das auf immer Verlorene in Worte zu fassen. Düstere Erinnerungen halten sein Denken besetzt: an das Jahr, in dem die Grenzen der DDR geschlossen wurden, an den Tag, als die Kirschbäume - und ganze Dörfer - dem Braunkohletagebau weichen mussten. Aber er erinnert sich auch an die geheimnisvolle Anziehungskraft, die später die riesigen, von finsteren Outlaws bevölkerten Müllhalden und Aschefelder auf ihn ausübten, in die sich der aufgelassene Tagebau verwandelt hatte.
Wolfgang Hilbigs poetischer Text in Die Kunde von den Bäumen schöpft das Untergegangene nach und bewahrt es in seiner sprachlichen Suggestionskraft und formalen Originalität. Der melancholische Blick auf den Alltag und die Arbeitswelt in der DDR erinnert an zwei andere Texte des Autors, Alte Abdeckerei und Die Weiber. Hilbigs Kurzprosa fängt eindringlich die Stimmung einer verlorenen Zeit ein.